Ihre Frage

Wie lösen Sie Umweltprobleme wie schlechte Luft durch Holzöfen, Vergüllung und Methanausstoß, Biogasanlagen mit Maismonokulturen und hoher Nitratgehalt im Wasser?

Leider ist der Klimawandel bei den meisten Menschen in unserem Ländle noch nicht ins Bewusstsein gerückt. Wir sind geprägt von einem Wirtschaftssystem, daß in erster Linie auf Wachstum, Rendite bzw. Geldvermehrung fokussiert ist. Derjenige der mit geringstem Aufwand die beste Rendite erzielt wird am stärksten belohnt. Derjenige der sich an Umweltauflagen hält, bzw. das Gemeinwohl im Blick hat, wird quasi bestraft. Die ÖDP hat schon von Anfang an Wachstumskritik geübt und darauf hingewiesen, dass die Art wie heute gewirtschaftet wird, unseren Lebensraum zerstört. Eine andere Art zu Wirtschaften lässt sich am besten mit dem Begriff "Gemeinwohl-Ökonomie beschreiben, welche von Christian Felber zum ersten Mal 2010 publiziert wurde. Im Internet bzw. auf Youtube finden Sie dazu weitere Informationen.

1. Holzöfen:
Wenn Sie damit Kaminöfen meinen, habe ich dazu auf meiner Webseite (christof-gminder.de) bereits unter Fagen & Antworten einen Artikel verfasst. Kurz gesagt, die gefährlichen Feinstaubemissionen ließen sich ohne Probleme drastisch reduzieren, wenn die Öfen richtig angeheizt würden. Auch daran zeigt sich, dass die Bereitschaft sich mit scheinbar belanglosen Dingen des Lebens auseinanderzusetzen, noch nicht gegeben ist.

2. Vergüllung und Methanausstoß
ist in erster Linie auf unseren ungezügelten Fleischkonsum zurückzuführen. Neben des gigantischen Wasserverbrauchs, werden vorher fruchtbare Böden zerstört. Gewiss, Gülle könnte in Biogasanlagen eingesetzt werden und ein Teil des Methans könnte abgesaugt und eneretisch genutzt werden. ( wird z.B in Indien in zig tausenden Kleinbiogasanlagen angewendet). Eine Veränderung geschieht nur durch Umdenken der Verbraucher. Daran arbeitet die ÖDP.

3. Biogasanlagen, Monokultur und Vermaisung
habe ich beruflich bei einem norddeutschen Großgrund-Landwirt hautnah miterlebt. Dieser hatte (aus Kostengründen) von Viehhaltung auf Maisproduktion, Biogasanlage und Methanisierung umgesattelt. Innerhalb von weniger als 10 Jahren hat sich der Kohlenstoffgehalt im Boden mehr als halbiert. Der Maisertrag brach trotz Düngung auf unter 60% zusammen, was das Ganze unrentabel werden ließ. Wie oben beschrieben, nützten jahrzehntelange Erfahrungen des Bauern nichts, weil der Kostendruck größer war. Nur durch Änderung unseres Wirschaftssystems können solche Fehlentwicklungen vermieden werden.

4. Hoher Nitratgehalt im Wasser
kommt durch Überdüngung unserer landwirtschaftlich genutzten Flächen ( Sichwort Phosphatkreislauf) zustande. Kurzfristige Ertragsmaximierung kommt vor vernünftiger Bodennutzung. Das Kohlenstoff- Stickstoffverhältnis im Boden ist von elementarer Bedeutung für den Erhalt humoser Böden. Solange die Landwirte, die sich für den Erhalt humoser Böden einsetzen, nicht so gefördert werden, dass sie wirtschaftlich überleben können, wird der Raubbau an unseren Böden weitergehen.


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