Ihre Frage

Stellungsnahme zur Dietwegtrasse:

1. Beteiligungsfahrplan:

Ein wichtiger Schritt ist für mich die Zusammenführung aller Trassenkritiker an einen Tisch, um gemeinsam notwendige Aktionen (z.B.RP-Tü) vorzubereiten und durchzuführen.

2. IG Laisen / Verkehrsentwicklung:

Die Dietwegtrasse widerspricht meiner Meinung nach einer nachhaltigen und klimaneutralen Verkehrsentwicklung. Die Anbindung des Scheibengipfeltunnels an die A8 ist über die B27 und ab Aichtal B312 bereits sehr gut gegeben und somit auch das IG-Laisen.

Solange es keine Klimaneutralität gibt, fordere ich die Zurückstellung aller Neubauprojekte im Straßenverkehr. Eine nachhaltige Verkehrsentwicklung ist erst gegeben, wenn ein Verkehrskonzept vorliegt, dass den Begriff Nachhaltigkeit wirklich verdient. Ein weiterer Aspekt ist die Lärmentwicklung, die auch an bestehenden Strassen (z.B. B27, Walddorfhäslach) für die Anwohner schon lange nicht mehr hinnehmbar ist. Eine nachhaltige und klimaneutrale Verkehrsentwicklung muss auch Maßnahmen einschließen, die die Verkehrsbelastung reduzieren.

3. Finanzielle Lage:

Nein, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie müssen finanzielle Ausgaben am Gemeinwohl ausgerichtet werden. Wenn man die Regionalstadtbahn will und Reutlingen das 365€ Jahresticket samt dem ausgebauten Busverkehr behalten will, darf man keine neuen laufende Kosten für Straßenverkehr schaffen, zumal noch für eine aufwändige neue Trasse.

4. Lokale und regionale Belastungen

Ich werde mich bei den zuständigen Behörden dafür einsetzen, dass keine neuen kostspieligen Verkehrsprojekte zur Förderung des Autoverkehrs mehr durchgeführt werden, sondern die Schwerpunktsetzung auf Bus und Bahn liegt und unverbaute Grünflächen erhalten bleiben. Gerade Ballungsgebiete müssen vor weiteren umweltschädlichen Belastungen geschützt werden. Dazu gehört auch die Begrenzung der Bevölkerungsdichte. Strukturschwache Regionen müssen unterstützt und Anreize geschaffen werden, um der Verstädterung entgegen zu wirken.

5. Flächenbedarf und Lebensqualität

Die ÖDP steht für Gemeinwohl-Ökonomie. Das heißt, wirtschaftliche Interessen müssen zuerst an Parametern wie Umweltverträglichkeit, Notwendigkeit, Nutzen für die Allgemeinheit, etc. gemessen werden. Was ist denn hier das Gemeinwohl? Die Zerstörung eines wunderbaren, stadtnahen Stückchen Natur müsste für die Allgemeinheit an anderer Stelle schon einen großen Nutzen bringen. Aber es ist anders: Die Dietwegtrasse konterkariert die dringend nötige Verkehrswende und ist finanzpolitischer Humbug.

Mit freundlichen Grüßen
Christof Gminder
ÖDP- Kreisverband Reutlingen


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